Wortlaut

Der Gemeinderat wird aufgefordert, bei Neu- und Umbauten von Schulhäusern auch geschlechterneutrale Toiletten einzuplanen, welche mit Kabinen voneinander getrennt sind. Pissoirs sollen gänzlich gestrichen werden.

Begründung

In der heutigen Zeit reicht es nicht, wenn eine einzige rollstuhlgängige Toilette pro Schulhaus geschlechterneutral ist. Geschlechterneutrale Toiletten bieten eine einfache Lösung für Menschen ausserhalb des binären Spektrums und schaden niemandem. Da die Toiletten mit Kabinen voneinander getrennt sind, wird die Privatsphäre (wohl sogar noch besser als bei den Pissoirs) gewahrt. Bevor die Kinder ins Schulsystem eintreten, kennen sie sowieso kaum Pissoirs, hat man doch zuhause auch keine. Weiter sind Toiletten im Gegensatz zu Pissoirs auch die sauberere Lösung und kommen besonders auch denjenigen Menschen zugute, welche die Anlagen putzen müssen. Die geforderte Lö-
sung bietet ausserdem den Vorteil, dass man später einfach Anpassungen vornehmen kann, z.B. mehr Anlagen für das eine oder andere Geschlecht oder nur noch geschlechterneutrale Toiletten. Nicht zuletzt setzt die Stadt damit ein klares Zeichen für die Akzeptanz von Leuten ausserhalb des binären Spektrums.

Debatte und Stand November 2015

Der Auftrag ist vom Stadtrat am 3.11.25 behandelt. Ver Vorschlag des Gemeinderates war, den Auftrag abzulehnen. In einer emotionalen Debatte zeigte sich, dass das Thema quer durch alle Parteien kontrovers diskutiert wird. Schon im Vorfeld der Stadtratsitzung konstatierten die Grünen, dass die geschlechtsneutralen Toiletten einen schweren Stand haben werden und verzichteten mit einem Abänderungsantrag zum eigenen Vorstoss auf diesen Aspekt. Dieser Abänderungsantrag kam knapp durch, so dass sich die Diskussion vor allem um die Pissoirs drehte. Viel Gelächter und mahnende Worte des Stadtratspräsidenten zur Sachlichkeit prägten die Diskussion. Schlussendlich ging der abgeänderte Auftrag mit 19 zu 14 Stimmen durch, so dass in Zukunft in Burgdorf auf Pissoirs in Schulhäusern verzichtet werden muss. Der Entscheid zog weitere Kreise in Medien und sogar bis in die Satiresendung des Fernsehens SRF. Genderbebatten sind immer noch ein Grund für grossse Aufregung…