Stadtklima-Initiative: Gegenvorschlag einstimmig angenommen
Der städtische Gegenvorschlag:
Die Stadtverwaltung hat in einem extern vergebenen Auftrag geprüft, wie gross das Entsiegelungspotenzial im Strassenraum tatsächlich ist. Mit Luftbildern konnten auch kleinste Flächen identifiziert werden. Im ersten Resultat können 40’000 m2 entsiegelt werden, die sich in städtischer Verantwortung befinden, d.h. ohne Kantonsstrassen. Sind die kleinen Schnipsel mit möglicher Entsiegelung entfernt, schlägt der Gemeinderat noch 21’000 m2 zur Entsiegelung im Gegenvorschlag zur Stadtklimainitiative vor. Im Gegenvorschlag geht der Gemeinderat dann thematisch noch etwas über den Geltungsbereich der Initiative hinaus: In drei weiteren Absätzen im 2 setzt sich die Stadt beim Kanton und bei Privaten für Entsiegelung ein und schafft mit Wasserelementen weitere Abhilfen gegen die Klimaerwärmung.
Die Stadtratsdebatte:
Vor der Stadtratssitzung vom 15.9.25 reichten SVP/EDU und Mitte zahlreiche Änderungsvorstösse zum Gegenvorschlag des Gemeinderats ein: In den Formulierungen wurde die klare Haltung etwas abgeschwächt, aber an den Zielen/Massnahmen nichts Wesentliches geändert. Die RGM-Seite im Stadtrat verfügt über keine Mehrheit, so dass die GLP bei den Einzelabstimmungen im Rat das Zünglein an der Waage spielte. Die meisten der Anträge der bürgerlichen Parteien fanden eine Mehrheit. Überraschend war das Schlussresultat. Der abgeänderte Gegenvorschlag fand bei allen Parteien einstimmig Zustimmung!
Die Original-Stadtklimainitiative fand mit 21:18 Stimmen keine Gnade und wurde somit abgelehnt.
Wie geht es weiter?
Das fakultative Referendum ist nicht ergriffen worden, so dass das Initiativkomitee die Stadtklimainitiative zugunsten des Gegenvorschlages (Reglement) am 13.11.25 zurückziehen konnte. Damit tritt das Reglement auf den 1.1.2026 in Kraft und in Burgdorf finden Entsiegelungen auf 21’000 m2 statt. Zusätzlich pflanzt die Stadt neue Bäume und sensibilisiert die Privateigentümerschaften für die Entsiegelung und das Prinzip Schwammstadt. Gemäss Reglement setzt sich die Stadt beim Kanton dafür ein, dass auch auf Kantonsstrassen Entsiegelungen und Begrünungen umgesetzt werden.
Nach weniger als 2 Jahren hat die Stadtklimainitiative ihr Ziel erreicht und die Umsetzung beginnt. Vielen Dank an alle Mitstreiter*innen, die RGM-Parteien und die unterstützenden Organisationen WWF, Pro Natura, Pro Velo, Natur- und Vogelschutz sowie VCS.
Artikel Rückzug der Initiative in d’Region
Artikel Berner Zeitung zum Rückzug der Initiative
Tobias Vogel übergibt knapp 1500 Unterschriften an den Stadtschreiber. Mit 13% der Stimmberechtigen ist die Hürde von 10% deutlich überschritten. Die grüne Asphaltschere wird zum Symbol für die initiative.